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Örtliche Pflegekonferenz des Landkreises Hildesheim nimmt Arbeit auf

Eine zentrale Herausforderung unserer Zeit ist die Sicherung einer guten pflegerischen Versorgung. Da immer mehr Menschen ein höheres Lebensalter erreichen, steigt der Anteil pflegebedürftiger Menschen stark an.  Eine öffentliche Pflegekonferenz im August 2021 sowie die Novellierung des Niedersächsischen Pflegegesetztes setzten bereits wichtige Impulse für künftige Planungsstrukturen.

Am 14. Juni 2022 fand als weiterer Meilenstein die erste örtliche Pflegekonferenz des Landkreises Hildesheim im Kreishaus statt. Ende 2019 erhielten über 17.500 Menschen im Landkreis Leistungen nach dem Pflegeversicherungsgesetz. Im Vergleich zu 2009 bedeutet das ein Anstieg um 39 %. Angesichts dieser Entwicklung hob Landrat Bernd Lynack in seiner Begrüßung die besondere Bedeutung der Konferenz hervor. Das Gremium setzt sich aus Vertretende der Kommunen, der Politik, Anbieter der ambulanten, teilstationären, vollstationären Pflege, Wohlfahrtsverbänden, Pflegekassen, Kliniken, Pflegeschulen und weiteren Interessensvertretungen zusammen. Ziel der Konferenz ist, den Landkreis in der kommunalen Pflegeplanung durch fachlichen Austausch und Beteiligung zu unterstützen.

Im Rahmen der Vorstellung der 43 Gremiumsmitglieder wurden die Erwartungen hinsichtlich eines konstruktiven Austausches, stärkerer Vernetzung sowie Planungs- und Gestaltungsmöglichkeiten deutlich. In der Pflegekonferenz soll über Fragen der notwendigen pflegerischen Beratungs-, Unterstützungs und Versorgungsstruktur, altersgerechten Quartieren insbesondere unter Einbeziehung neuer Wohn- und Pflegeformen, der Koordinierung der praktischen Pflegeausbildung, Schnittstellen zwischen der medizinischen und der pflegerischen Versorgung, der Koordinierung von Leistungsangeboten und der Fehl-, Unter- und Überversorgung beraten werden. Die Ergebnisse und Beschlüsse des Gremiums haben empfehlenden Charakter für die künftige Pflegeplanung des Landkreises. Zudem wird darüber in den Kreistagsgremien berichtet.

Unter Vorsitz von Benjamin Knollmann, Sozialdezernent des Landkreises Hildesheim, wurde die Geschäftsordnung beschlossen und Professorin Anne Meißner, Universität Hildesheim, sowie Philipp Seifert, proVida GmbH, als stellvertretende Vorsitzende gewählt.
Zudem wurden Arbeitsgruppen zu dem Themen „Digitaler Wandel in Pflege und Versorgung“,
„Fachkräftemangel: Ausbildung, Mitarbeitergewinnung und –bindung“ und „Quartiersbezogene Versorgung“ gebildet.

Nach dem erfolgreichen Auftakt wird die Pflegekonferenz bis zu zweimal jährlich tagen. Die nächste Sitzung ist für den 14. Dezember 2022 terminiert.